18. Oktober 2026

Pilotprojekt für die Kreislaufwirtschaft prämiert

Die K-TECH-Expertise in der Verarbeitung von Rezyklaten für den Automobilbereich fand in diesen Tagen gleich bei zwei Preisverleihungen große Anerkennung: Auf der internationalen Fachmesse FAKUMA in Friedrichshafen belegte das gemeinsame Pilotprojekt von BASF, Mercedes-Benz und Pöppelmann zum lösungsmittelbasierten Recycling bei der Vergabe des FAKUMA Innovationspreis in der Kategorie Recycling den zweiten Platz. Nur einen Tag später wurde die gleiche Projektkooperation auf der internationalen Fachmesse für Elektromobilität und autonomes Fahren eMove360° mit dem MATERIALICA Design + Technology Award 2026 ausgezeichnet.

 

„Um Altfahrzeuge als Quelle hochwertiger Materialien zu erschließen, braucht es mehr als Technologie. Entscheidend sind ein starker, ganzheitlicher Ökosystemansatz und eine enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Gemeinsam stellten BASF, Mercedes-Benz, ZF und Pöppelmann K-TECH reale Automobilbauteile aus recyceltem PA6 aus Altfahrzeugen her und validierten diese erfolgreich unter Pilotbedingungen. Die Zusammenarbeit schafft eine Grundlage für die weiteren technischen, wirtschaftlichen und operativen Arbeiten, die vor einer möglichen Umsetzung im industriellen Maßstab erforderlich wären“, heißt es in einer Mitteilung von BASF. Zur Erläuterung: Auch ein zweites Recyclingprojekt des Chemiekonzerns in Kooperation mit ZF zur Depolymerisation gebrauchter PA6-Bauteile erhielt die Auszeichnung.

 

K-TECH war gemeinsam mit Mercedes-Benz Partner des BASF-Pilotprojekts zur Wiederverwertung von Kunststoffresten aus verschrotteten Autos. In einem neuen lösungsmittelbasierten Recyclingverfahren werden Polyamid-Fraktionen (PA6 und PA66) aus Schredderresten aussortiert und gereinigt sowie das PA6 mittels Lösemittelextraktion selektiv wiedergewonnen.

 

Das daraus hergestellte Rezyklat wurde gemeinsam mit Pöppelmann zu einer Kettengleitschiene für Mercedes-Benz verarbeitet – einem hochbelasteten Motorbauteil mit anspruchsvollen Anforderungen an Verschleißfestigkeit, Temperaturbeständigkeit und Medienresistenz. „Die Ergebnisse zeigen, dass sich mit diesem Ansatz hochwertige technische Kunststoffe aus komplexen, bislang nur schwer recycelbaren Abfallströmen technisch zurückgewinnen lassen. Eine mögliche spätere Industrialisierung würde dabei nicht notwendigerweise durch BASF selbst erfolgen, sondern durch andere Marktteilnehmer“, erklärt BASF in der Mitteilung.

 

Zum Hintergrund: Rezyklat-Kompetenz ist im Automobilbereich mittlerweile ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor. Nach der EU-Altautoverordnung (End-of-Life Vehicles Regulation; kurz: ELV) gelten neue Vorgaben für den Rezyklateinsatz im Automobilbereich. Danach muss ab dem 1. September 2032 der in neu typengenehmigten Fahrzeugen eingesetzte Kunststoff mindestens 15 Prozent Post-Consumer-Rezyklat enthalten. 20 Prozent dieses PCR-Anteils muss aus dem Altautorecycling stammen.


Mehr erfahren: ELV.

Mehr erfahren: BASF-Mitteilung. 

 

Foto: 
FAKUMA Innovationspreis in der Kategorie Recycling (Platz 2);  von links Oliver Geiger (Sustainability Expert Engineering Plastics, BASF), 
Andreas Kellermann (Global Sales Director, Pöppelmann K-TECH),  
Eleni Kougioumtzi (Expert Resource Efficient Materials, Mercedes-Benz AG) und 
Anna-Carin Föhner (Research and Development, Materials Technology, ZF Group).

Pöppelmann K-TECH nimmt Fakuma Award entgegen