Ab 2032: 15% PCR-Pflicht in der Automobilindustrie
Die geplante EU-Verordnung zu End-of-Life Vehicles (ELV) soll den Einsatz von Rezyklaten in der Automobilindustrie schrittweise erhöhen. Dabei wird zwischen Post-Industrial-Rezyklat (PIR) aus Produktionsabfällen und Post-Consumer-Rezyklat (PCR) aus gebrauchten Produkten unterschieden. Im ELV-Kontext steht insbesondere PCR aus Altfahrzeugen im Fokus.
Nach aktuellem Verordnungsentwurf gelten die Vorgaben für neu typgenehmigte Fahrzeuge, also für neue Fahrzeugmodelle. Bereits bestehende Modellserien müssten demnach nicht rückwirkend umgestellt werden.
Für Kunststoffe in neue Fahrzeugmodelle sind folgende Zielwerte vorgesehen:
Die Rezyklat-Quote kann nur durch Post-Consumer-Rezyklat (PCR) erfüllt werden – nicht durch Post-Industrial-Rezyklat (PIR). Zusätzlich müssen 20 % der Quote (3 % ab 2032, 5 % ab 2036) über Closed-Loop Recycling aus Kunststoffabfällen von Altfahrzeugen stammen.
Die geplanten ELV-Anforderungen betreffen nicht nur die Materialauswahl. Sie wirken sich auch auf Entwicklung, Beschaffung, Nachweisführung und Lieferketten aus. Unternehmen sollten deshalb frühzeitig prüfen, welche Auswirkungen der steigende Einsatz von Rezyklaten auf bestehende Prozesse und Bauteile hat.
Die ELV-Verordnung bringt neue Anforderungen. Unternehmen müssen Materialien, Prozesse und Nachweise frühzeitig anpassen.
ELV-Vorgaben können sich auf Materialkosten, Beschaffung und Entwicklungsaufwände auswirken.
Materialverfügbarkeit, Herkunftsnachweise und Qualitätsanforderungen erhöhen die Komplexität entlang der Lieferkette.
Materialbewertungen, Entwicklung und Freigaben sollten frühzeitig vorbereitet werden.
Belastbare Informationen zu Materialherkunft, Qualität und Zusammensetzung werden immer wichtiger.
Mit dem Einsatz von PCR steigen die Anforderungen an Transparenz und Dokumentation.
Unsere Lösungen werden mit Blick auf künftige ELV-Anforderungen und relevante Qualitätsstandards entwickelt.
Bestehende Material- und Bauteilkonzepte ermöglichen einen schnellen Einstieg in geeignete Anwendungen.
Wir betrachten technische Machbarkeit, Materialeinsatz und Wirtschaftlichkeit gemeinsam.
Pöppelmann verfügt über langjährige Erfahrung in der Verarbeitung von Rezyklaten – mit PIR seit über 40 Jahren bei Pöppelmann und seit über 15 Jahren bei K-TECH, sowie mit PCR seit rund 8 Jahren bei Pöppelmann und seit rund 6 Jahren bei K-TECH in der Automobilbranche.
Von der ersten Idee bis zur Serienlösung begleiten wir die Entwicklung praxisnah und anwendungsorientiert.
Gemeinsam mit Partnern arbeiten wir an nachvollziehbaren Materialströmen und belastbaren Nachweisen.
Keine Testprojekte – echte Serienanwendungen, die heute auf der Straße fahren.
*CO2-Fußabdruck Betrachtung cradle-to-Pöppelmann-gate im Vergleich zum Produkt aus Neuware
Die Aufsatzkonsole besteht zu 100 % aus recyceltem Post-Consumer-Material, das aus Altfahrzeugen gewonnen wird, und verdeutlicht das Potenzial, das geschlossene Materialkreisläufe bereits heute für künftige Anforderungen an Altfahrzeuge bieten.
Auf diese Weise leisten wir einen konkreten Beitrag zur Umsetzung künftiger Altfahrzeug-Anforderungen: Kunststoffe aus Altfahrzeugen werden aufbereitet, für neue Anwendungen qualifiziert und in Automobilkomponenten wiederverwendet. So entstehen Lösungen, die Ressourcen schonen, CO₂-Emissionen reduzieren und den Kunststoffkreislauf im Fahrzeugbau stärken.
Der Einsatz von Post-Consumer-Rezyklat (PCR) in der Automobilindustrie ist aktuell noch begrenzt. Mit den geplanten ELV-Vorgaben steigt der Bedarf an qualifiziertem Rezyklat für technische Automotive-Anwendungen jedoch deutlich.
Die folgenden Kennzahlen für 2022 machen die Marktsituation in der EU für Post-Consumer-Rezyklat (PCR) klar und zeigen den Abstand zu den geplanten Anforderungen aus dem ELV-Entwurf. Weitere Informationen zum Rezyklatmarkt finden Sie in unserem Whitepaper.
Von der Materialstrategie bis zur Serie: Lassen Sie uns Ihre PCR-Lösung gemeinsam entwickeln.
Die wichtigste Quelle für Post-Consumer-Rezyklate sind derzeit Verpackungsabfälle, daher sind vor allem die Kunststoffe Polypropylen, Polyethylen und PET gut verfügbar. Für technische Kunststoffe wie Polyamid, Polycarbonat oder ABS gibt es nur sehr wenige Quellen für Post-Consumer-Rezyklate.
Pöppelmann hat in mehreren Projekten gezeigt, dass Polypropylen aus Verpackungsabfällen und aus dem Altautorecycling heute schon für Serien-Anwendungen in Fahrzeugen geeignet ist. Ein Beispiel ist der Halter Soundgenerator, ein Bauteil fürs Exterieur, hergestellt im Spritzguss aus einem PCR-PP GF 30 und schon seit 2019 im Serieneinsatz.
Der mögliche PCR-Anteil ist bauteilspezifisch und hängt von den technischen Anforderungen ab. Die Herstellung von Bauteilen aus Post-Consumer-Rezyklat ohne den Zusatz von Neuware ist möglich, es kann aber auch sinnvoll sein, eine Mischung aus Neuware und Rezyklat zu verwenden.
Ein konkretes Beispiel von Pöppelmann für den Einsatz von Post-Consumer-Rezyklat aus Altfahrzeugen ohne den Zusatz von Neuware ist die Aufsatzkonsole aus PCR-PP-EPDM.
Post-Consumer-Rezyklate sind in der Regel eine Mischung aus verschiedenen Kunststoffen, die die Eigenschaften des Rezyklates bestimmen. Die Vielfalt an spezifischen Varianten ist deutlich kleiner als bei Kunststoff-Neuware. Zudem kann es bei Rezyklaten aus der vorherigen Nutzung zu Verunreinigungen, zur Geruchsbildung oder auch zum Abbau der Polymerketten kommen.
Um aus Post-Consumer-Rezyklaten technische Kunststoffbauteile in einer reproduzierbaren Qualität zu erzeugen, hat Pöppelmann in den letzten Jahren in die eigene Materialexpertise investiert. Qualitätsprüfung und Sicherheitsstandards für Rezyklate sind dabei zentral: Das Prüflabor führt spezifische Wareneingangsprüfungen durch, die Materialentwicklung entwickelt anwendungsspezifische Rezyklat-Compounds und in der Compoundierung werden hochwertige Rezyklate im Haus produziert.
Post-Consumer-Rezyklate werden in immer mehr Anwendungen im Fahrzeugbau eingesetzt. Aufgrund der hohen Verfügbarkeit sind dies vor allem Produkte aus Polypropylen und anderen Verpackungskunststoffen. Da Rezyklate häufig optisch verunreinigt und nicht geruchsneutral sind, werden sie meistens im Exterieur eingesetzt.
Neben bestehenden Serienprodukten aus PCR fürs Exterieur, steht aktuell (Frühjahr 2026) die Serieneinführung des Halters Schacht Fußraum aus einem PCR-PP für den Einsatz im Fahrzeuginnenraum bevor.
Der Einsatz von Post-Consumer-Rezyklat reduziert den Bedarf an Erdöl für die Kunststoffproduktion und verhindert die thermische Verwertung (Verbrennung) von Kunststoffabfällen, für die keine Nachfrage besteht. Dadurch sind die Treibhausgasemissionen für ein mechanisch recyceltes Post-Consumer-Rezyklat häufig deutlich niedriger als die Treibhausgasemissionen für eine Kunststoff-Neuware.
Pöppelmann berechnet und dokumentiert für seine Kunden schon in der Projektphase die voraussichtlichen Emissionen an Treibhausgasen (THG) eines Produktes und vergleicht dabei in der Regel auch verschiedene Optionen aus Neuware und aus Rezyklat. Beim Halter Soundgenerator sind die produktbezogenen Treibhausgasemissionen (cradle-to-Pöppelmann-gate) um 46% niedriger als bei der Variante aus Neuware.
Das Whitepaper von Pöppelmann K-TECH zeigt, welche Auswirkungen die geplante ELV-Verordnung auf den Einsatz von Kunststoffen im Fahrzeug hat - und wie sich Unternehmen heute darauf vorbereiten können.
Im Whitepaper erfahren Sie unter anderem:
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