Berufschancen. Machen wir. Im WERKZEUG-TECHNOLOGIE-ZENTRUM.

Simon Hilgefort. Ein Werkzeugmechaniker auf dem Weg in die Zukunft.

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Am Leitstand der Fertigungszelle: Per Mausklick steuert Simon die einzelnen Arbeitsschritte in der Fertigungszelle.

Simon Hilgefort klickt auf den Startbutton – und die Reise des Stahlteils durch die Fertigungszelle beginnt. In einigen Stunden hat es sich in ein präzises Spritzguss-Werkzeug verwandelt. „Mannlos“, wie man hier im WERKZEUG-TECHNOLOGIE-ZENTRUM (WTZ) des Lohner Kunststoffunternehmens Pöppelmann sagt. Das bedeutet „vollautomatisch“. Wäre es jetzt Freitagnachmittag, könnte sich Simon ins Wochenende verabschieden.

Die Fertigungszelle macht trotzdem weiter. Sie arbeitet rund um die Uhr, an sieben Tagen die Woche – ohne dass jemand aufpassen müsste. Somit hat Simon, wenn er auf „Start“ klickt, seine Arbeit eigentlich erledigt. Unter einer Bedingung: „An diesem Punkt muss man absolut sicher sein, dass man die Arbeitsschritte an den einzelnen Stationen richtig programmiert hat“, erklärt er. 

Der Dinklager gehört zum Team, das diese computergesteuerte Anlage im WTZ steuert. Sie wirkt von oben wie ein riesiger Glaskasten, in dem ein Schwenkarmroboter auf einer sechs Meter langen Schiene unermüdlich hin und her fährt. Der Roboter holt Werkstücke von ihren Palettenstellplätzen ab und transportiert sie zur nächsten Station, damit sie dort wie gewünscht gefräst, erodiert, gemessen oder gereinigt werden.

Sein Aufgabengebiet begeistert den 28-jährigen gelernten Feinwerkmechaniker, der seine Ausbildung in einem Handwerksbetrieb absolvierte. Seit Dezember 2017 arbeitet er nun im WTZ. „Nur große Unternehmen wie Pöppelmann haben die Möglichkeit, in die jeweils neuesten Technologien zu investieren“, begründet Simon seinen Enthusiasmus. Und fügt hinzu: „Wo sonst bekommt man die Chance, zu denjenigen zu gehören, die neue, innovative Produktionsverfahren auf einem solchen Niveau in der Praxis mit auf den Weg bringen?“

Mit der Fertigungszelle ist die Automatisierung auch im Werkzeugbau angelangt – übrigens viel später als in anderen Bereichen der industriellen Produktion. Der Grund: Bis vor einigen Jahren wurden automatisierte Prozesse in erster Linie für die Herstellung großer Mengen immer gleicher Produkte entwickelt. Im Werkzeugbau liegt die Herausforderung genau im Gegenteil: Hier ist jedes Werkstück ein Unikat.

In die Kunststoffbranche kam Simon über ein Praktikum in einem Unternehmen während seiner Schulzeit. Simon: „Das weckte mein Interesse für die Stahlformen zur Herstellung eines Kunststoffprodukts. Mich faszinierte vor allem auch die Präzision, mit der sie angefertigt werden.“

Das WTZ fertigt die Werkzeuge für die Spritzguss- und Tiefziehmaschinen in den vier Geschäftsbereichen KAPSTO®, K-TECH®, TEKU® und FAMAC® des Unternehmens Pöppelmann. Höchste Qualität ist die Vorbedingung, um den Ansprüchen für die hier hergestellten Produkte – für Anwendungen von der Medizintechnik bis hin zum Automotive-Bereich – zu genügen.

Simons Sinn für Präzision und innovative Technologie fielen bei Pöppelmann schnell auf: „Sechs Wochen, nachdem ich im WTZ angefangen bin, wurde ich gefragt, ob ich Lust habe, im Team der Fertigungszelle mitzuarbeiten“, erzählt er. Er musste nicht zwei Mal überlegen: „Ich habe mich riesig darüber gefreut. Der Weg der Branche führt in Richtung Automation. Bei einem solchen Projekt kann man nicht Nein sagen.“

Aktuell geht das WTZ den nächsten Schritt in die Zukunft. Die Fertigungszelle wird um fast das Doppelte erweitert. Der Roboter bekommt einen größeren Aktionsspielraum: Er bewegt sich dann auf einer zwölf Meter langen Schiene. Auf demnächst 170 Quadratmetern können die Werkstücke an dann sechs Stationen automatisch bearbeitet werden.

„Das ist schon ein sehr komplexer Arbeitsbereich“, beschreibt Simon die Anforderungen. „Man muss auf jeden Fall bereit sein, etwas Neues zu lernen.“ Auch Geduld und Teamfähigkeit seien Grundbedingungen für die Arbeit auf diesem technologischen Niveau, die im Übrigen gut bezahlt werde. Nicht der einzige Pluspunkt für Simon: „Die Aufgaben sind sehr abwechslungsreich, es wird nie langweilig.“ Zudem freut er sich auch über die Möglichkeiten zur Weiterbildung, die ihm das Unternehmen Pöppelmann gibt. Er weiß, dass sein Arbeitgeber mit dieser Fertigungszelle technologisch zu den Vorreitern der Branche gehört. „Wenn man hier arbeitet, gibt es im Werkzeugbau fast nichts mehr, was man nicht kann.“

 

Hast du Interesse an der Arbeit im WERKZEUG-TECHNOLOGIE-ZENTRUM? Auch Quereinsteiger sind willkommen.

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Behält den Überblick: Simon vor der Fertigungszelle, in der Werkstücke vollautomatisch bearbeitet werden.